← Zurück zu allen News
📺 Serien-News August 2026 · 5 Min. Lesezeit

Strange New Worlds Staffel 4: Geister, Puppen und ein Ausflug in den Wilden Westen

Strange New Worlds Staffel 4: Geister, Puppen und ein Ausflug in den Wilden Westen

Bild: Paramount+ (offizielles Key Art zu Staffel 4)

Seit dem Start 2022 hat sich „Strange New Worlds“ nie besonders streng an ein Erzählmuster gehalten. Die Serie, angesiedelt vor Kirks Zeit auf der Enterprise, hat inzwischen eine Zeitreise-Folge, eine Holodeck-Episode, ein Crossover mit dem Zeichentrick-Ableger „Lower Decks“, eine Folge mit einem vollständig menschlich gewordenen Spock und sogar eine Musical-Episode im Stil von „Buffy“ hinter sich. Für die vierte Staffel legen die Showrunner Akiva Goldsman und Henry Alonso Myers noch eine Schippe drauf.

Aus den ersten vier Folgen der neuen Staffel lässt sich schon ablesen, wie breit das Genre-Spektrum diesmal ausfällt. Es gibt eine waschechte Westernfolge mit Captain Pike zu Pferd, eine Geistergeschichte namens „The Griffin Incident“ an Bord eines seit Langem verlassenen, womöglich spukenden Föderationsschiffs, das prompt das Interesse von Starfleets Division 12 weckt, jener Abteilung, die sich sonst um Phänomene kümmert, für die es keine rationale Erklärung gibt. Dazu kommt eine Folge, in der die komplette Enterprise-Crew von der Jim Henson Company in Puppen verwandelt wird, und ein Noir-Krimi, der stellenweise sogar in Schwarzweiß läuft.

Goldsman und Myers sagen offen, dass ihnen bei der Arbeit an der Serie eher die Zeit als die Ideen ausgeht. Es gebe für jede Staffel weit mehr Geschichten, als in zehn Folgen passen. Wichtig sei den beiden dabei vor allem eines: Egal wie sehr eine Folge das Genre wechselt, am Ende muss sie sich trotzdem wie Star Trek anfühlen. Die Puppenfolge sei intern lange diskutiert worden, weil sie auf den ersten Blick wie reiner Klamauk wirkt. Erst als klar war, welche Charaktergeschichte darunter liegt, habe sich die Idee richtig angefühlt.

Für Hauptdarsteller Anson Mount, der Pike seit sieben Jahren spielt, wird die Staffel persönlich. Pike weiß seit der zweiten Staffel um sein eigenes Schicksal, den nahezu tödlichen Strahlungsunfall, der ihn Jahrzehnte später an ein mobiles Life-Support-System binden wird. In Staffel vier kommt der Verlust seiner Partnerin Marie Batel (Melanie Scrofano) dazu, die die Enterprise verlassen hat, um als Beschützerin der Galaxie ihre eigene Bestimmung zu erfüllen. Mount beschreibt das weniger als reine Trauer, sondern eher als eine Mischung aus Wehmut und Stolz auf die gemeinsame Zeit. Bei der Puppenfolge war er dagegen überraschend wenig eingebunden und fand das anfangs frustrierend, obwohl ihn die Detailarbeit der Puppenspieler beeindruckt hat. Seine eigenen Dialogzeilen musste er nachträglich zweimal neu einsprechen, weil er beim ersten Versuch zu zurückhaltend gespielt hatte.

Auch für Christina Chong, die seit der ersten Staffel Lieutenant La'an Noonien-Singh spielt, wird es persönlich. La'ans Verwandlung in eine Vulkanierin gegen Ende der dritten Staffel hat nebenbei etwas in ihrer verdrängten Khan-DNA ausgelöst, mit der die Figur in Staffel vier erst richtig klarkommen muss. Chong beschreibt die Geistergeschichte als eine der anstrengendsten Folgen, die sie für die Serie gedreht hat, weil La'an darin über weite Strecken echte Angst zeigen muss. Dazu kommt, dass La'an im Lauf der Serie mit Kirk genauso romantisch verstrickt war wie mit Spock, was ihr laut Chong einen Blick auf beide Figuren gibt, den sonst niemand in der Serie hat.

Auch abseits der großen Bögen tut sich einiges. Uhura bildet als frischgebackene Bridge-Offizierin die neue vulkanische Kadettin A'Sha aus, Scotty und Ortegas entwickeln eine geschwisterhafte Zankerei, und Kirk beginnt sich erstmals mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, eines Tages Vater zu werden, eine stille Vorausdeutung auf seinen Sohn David aus den Kinofilmen. Myers erklärt dazu, dass es dem Team nicht um eine Umdeutung von Kirks bekannter Geschichte geht, sondern darum, sich vorzustellen, wie ein junger Kirk emotional mit einer Frage umgegangen wäre, die die Originalserie nie gestellt hat.

Staffel vier läuft mitten im Jubiläumsjahr von Star Trek, das am 8. September offiziell 60 Jahre alt wird. Eine eigene Jubiläumsfolge, wie es sie zum 30. Geburtstag mit der Deep-Space-Nine-Folge „Trials and Tribble-ations“ gab, wird es diesmal trotzdem nicht geben. Goldsman flachst dazu, dass die Zeiten, in denen man Monate im Voraus wisse, wann die eigene Serie überhaupt laufe, wohl vorbei seien. Zum Serienfinale der bereits abgedrehten fünften und letzten Staffel sollen dafür zwei alte Bekannte die klassische Brückenbesatzung komplettieren: Dr. McCoy, gespielt von Thomas Jane, und ein junger Sulu, gespielt von Kai Murakami.

Die seit Langem gemunkelte Serie „Year One“, die von Kirks erstem Jahr auf der Enterprise erzählen sollte, gilt nach aktuellem Stand als so gut wie tot. Goldsman sagt, er wisse selbst nichts Konkretes darüber und würde sich melden, sobald sich daran etwas ändert. „Year One“ bleibe für ihn vorerst ein Traum, den er sich aber jederzeit erfüllen würde, sollte das Studio doch noch einmal anklopfen.

Serien und Filme sind aber nicht die einzige Baustelle. Star Trek wagt sich gerade auch in ein für das Franchise neues Erzählformat vor, das Webtoon: jenes aus Südkorea stammende Comic-Format, das statt klassischer Seiten einen einzigen, vertikal scrollbaren Bilderstrom nutzt. Zwei neue Reihen mit je 40 Episoden sind in Zusammenarbeit mit dem indonesischen Studio Kisai Entertainment entstanden und erscheinen auf der Webtoon-App.

„Stargazers“, geschrieben von Jarrett Melendez, spielt auf Deep Space Nine nach dem Dominion-Krieg und erzählt von einer Gruppe ziviler Jugendlicher auf der Station, die herausfinden müssen, was sie mit ihrem Leben anfangen wollen. Manche von ihnen wollen zur Sternenflotte, andere überhaupt nicht, und genau daraus entsteht die Reibung der als queere Coming-of-Age-Romanze angelegten Geschichte. Auch in einer Föderation, in der die Grundbedürfnisse aller gesichert sind, bleibt eben nicht jede Frage danach, was man mit seinem Leben will, automatisch einfach. Neue Folgen von „Stargazers“ erscheinen ab sofort jeden Montag.

Die zweite Reihe, „Recollection“ von Sam Maggs, verfolgt einen völlig anderen Ansatz. Eine junge Frau erwacht an Bord eines Schiffs, ohne zu wissen, wer sie ist oder wie sie dorthin kam, und findet bald sechs weitere Passagiere, denen es genauso ergeht. Maggs nutzt diese Amnesie-Prämisse, um Fragen nach Identität und der Möglichkeit eines Neuanfangs zu stellen, während die Gruppe mitten im All aufeinander angewiesen bleibt. „Recollection“ startet in diesem Sommer.

Beide Autorinnen und Autoren beschreiben das vertikale Scroll-Format als echten Gewinn fürs Erzählen. Anders als bei einem klassischen Comic, bei dem ein Cliffhanger an den Seitenumbruch gebunden ist, lässt sich beim Webtoon jeder einzelne Scroll-Moment für eine Überraschung nutzen. Kleine, textfreie Zwischenpanels mit stark vereinfachten Chibi-Versionen der Figuren zeigen außerdem Gefühlslagen, für die im klassischen Panel oft kein Platz ist.

Hinweis: Recherche und Textentwurf dieses Beitrags entstanden KI-gestützt, redigiert und freigegeben von Timo Fürstenberg (mehr dazu im Impressum).

💬 Diskussion zu dieser News

Was denkst du darüber? Schreib deine Meinung in die Kommentare.

Kommentar hinterlassen

Kommentare sind öffentlich sichtbar: du brauchst keinen Account, nur einen Namen.